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- 1. Was ist Sporttaping am Knie?
- 2. Benötigtes Material für das Knie-Taping
- 3. Schritt-für-Schritt-Anleitung: Knie richtig tapen
- 4. Verschiedene Taping-Techniken für das Knie
- 5. Häufige Fehler beim Knie-Taping vermeiden
- 6. Wann sollte man das Tape wechseln?
- 7. Tipps und Empfehlungen für optimales Knie-Taping
Knie-Sporttaping ist eine bewährte Methode zur Stabilisierung und Unterstützung des Kniegelenks bei sportlichen Aktivitäten. Die richtige Anlagetechnik schützt Bänder und Muskulatur, reduziert Schmerzen und kann Verletzungen effektiv vorbeugen.
- Sporttaping stabilisiert das Kniegelenk und schützt vor Überlastung und Verletzungen.
- Die richtige Vorbereitung der Haut ist entscheidend für den Halt des Tapes.
- Es gibt verschiedene Taping-Techniken je nach Beschwerdebild und Sportart.
- Beim ersten Anlegen empfiehlt sich eine Einweisung durch einen Physiotherapeuten.
- Das Tape sollte regelmäßig gewechselt werden, um Hautreizungen zu vermeiden.

1. Was ist Sporttaping am Knie?
Sporttaping am Knie ist eine Technik, bei der spezielles Klebeband – sogenanntes Tape – gezielt um das Kniegelenk angelegt wird, um es zu stabilisieren, zu entlasten oder die Bewegungsfreiheit gezielt einzuschränken. Diese Methode wird sowohl im Leistungssport als auch im Freizeitbereich und in der Rehabilitation eingesetzt.
Das Taping am Knie verfolgt mehrere Ziele: Es unterstützt die Bänder und Sehnen, reduziert Schmerzen bei bestehenden Beschwerden wie Patellasehnenreizung oder Meniskusproblemen und hilft dabei, nach einer Verletzung schneller in den Sport zurückzukehren. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen starrem Tape (klassisches weißes Sporttape) und elastischem Kinesiotape, die beide unterschiedliche Eigenschaften und Anwendungsgebiete haben.
| Merkmal | Starres Sporttape | Elastisches Kinesiotape |
|---|---|---|
| Bewegungseinschränkung | Stark einschränkend | Kaum einschränkend |
| Tragekomfort | Weniger flexibel | Sehr angenehm |
| Anwendungsdauer | Kurzfristig (Sport) | Mehrere Tage |
| Hauptzweck | Stabilisierung, Schutz | Muskel- und Faszienunterstützung |
| Wasserfestigkeit | Gering | Hoch |
2. Benötigtes Material für das Knie-Taping
Vor dem Anlegen des Tapes sollte das gesamte benötigte Material bereitgestellt werden. Eine sorgfältige Vorbereitung erleichtert das Anlegen erheblich und verbessert das Ergebnis.
- Sporttape oder Kinesiotape: Je nach Anwendungszweck wählt man starres Sporttape (z. B. 3,8 cm Breite) oder elastisches Kinesiotape (5 cm Breite).
- Underwrap / Schaumstoffunterlage: Schützt die Haut vor Reibung und Irritationen, besonders bei empfindlicher Haut.
- Hautkleber (optional): Verbessert die Haftung des Tapes, besonders bei starkem Schwitzen.
- Rasierklinge oder Rasierer: Zur Entfernung von Körperbehaarung im Bereich des Kniegelenks für bessere Haftung.
- Alkoholtupfer oder Hautreinigungsspray: Zur Entfettung der Haut vor dem Anlegen.
- Tapeschere: Für saubere, gerade Schnitte des Tapes.

3. Schritt-für-Schritt-Anleitung: Knie richtig tapen
Das korrekte Anlegen des Tapes erfordert etwas Übung, aber mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt es auch Anfängern schnell.
Schritt 1: Haut vorbereiten
Die Haut im Bereich des Knies muss sauber, trocken und fettfrei sein. Vorhandene Körperbehaarung sollte rasiert werden, da das Tape sonst nicht ausreichend haftet und das Entfernen schmerzhaft sein kann. Die Haut anschließend mit einem Alkoholtupfer reinigen und vollständig trocknen lassen.

Schritt 2: Ausgangsposition einnehmen
Das Knie leicht anwinkeln – etwa 20 bis 30 Grad Beugung – und diese Position während des gesamten Tapevorgangs beibehalten. Diese Winkelstellung entspricht der natürlichen Funktionsstellung des Kniegelenks im Sport.
Schritt 3: Underwrap anlegen
Den Underwrap beginnend etwa 10 cm oberhalb der Kniescheibe spiralförmig nach unten wickeln, bis ca. 10 cm unterhalb des Kniegelenks. Der Underwrap sollte gleichmäßig und ohne Falten anliegen, aber nicht einschnüren.

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Schritt 4: Ankerpunkte setzen
Zwei horizontale Tapestreifen als Ankerpunkte anlegen: einen etwa 10 cm oberhalb der Kniescheibe und einen etwa 10 cm unterhalb. Diese Anker dienen als Befestigungspunkte für alle weiteren Tapestreifen.
Schritt 5: Hauptstreifen anlegen
Vom unteren Anker ausgehend werden zwei Tapestreifen seitlich an der Kniescheibe vorbei zum oberen Anker geführt. Der erste Streifen verläuft auf der Außenseite, der zweite auf der Innenseite des Knies. Diese Streifen bilden das Grundgerüst der Stabilisierung.

Schritt 6: Kniescheibe sichern
Ein halbmondförmiger Streifen wird unterhalb der Kniescheibe angebracht, um diese zu unterstützen und nach oben zu führen. Dies entlastet die Patellasehne und ist besonders bei Läuferknie oder Patellasehnenreizung wirksam.
Schritt 7: Abschließende Fixierung
Die Enden aller Tapestreifen mit zusätzlichen horizontalen Streifen an den Ankerpunkten sichern. Das fertige Taping auf Falten und Druckstellen überprüfen. Das Knie mehrfach beugen und strecken, um sicherzustellen, dass das Tape korrekt sitzt und die Durchblutung nicht eingeschränkt wird.

4. Verschiedene Taping-Techniken für das Knie
Je nach Beschwerdebild und Ziel des Tapings kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz. Die Wahl der richtigen Methode ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung.
Patellataping (McConnell-Technik)
Diese Technik wurde speziell zur Behandlung von Kniescheibenfehlstellungen und dem patellofemoralen Schmerzsyndrom entwickelt. Mit einem starren Tape wird die Kniescheibe in eine korrekte Position gezogen und dort gehalten. Die McConnell-Technik wird häufig in der Physiotherapie eingesetzt und sollte zunächst von einem Fachmann erlernt werden.

Kinesiotaping für das Knie
Beim Kinesiotaping werden elastische Bänder so angelegt, dass sie die Muskulatur und das Bindegewebe stimulieren, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Diese Technik eignet sich besonders zur Unterstützung des Oberschenkel- und Unterschenkelmuskels sowie zur Schmerzreduktion bei chronischen Beschwerden.
Prophylaktisches Taping
Bei dieser vorbeugenden Methode wird das Knie vor sportlichen Aktivitäten mit starrem Tape stabilisiert, um Verletzungen zu verhindern. Besonders Sportler mit vorausgegangenen Knieverletzungen oder instabilem Kniegelenk profitieren von dieser Technik.
Funktionelles Taping
Beim funktionellen Taping werden gezielt bestimmte Bewegungsrichtungen eingeschränkt, die zu Schmerzen oder Verletzungen führen könnten, während alle anderen Bewegungen weiterhin möglich bleiben. Diese Methode erfordert gute anatomische Kenntnisse und wird meist von Physiotherapeuten durchgeführt.
5. Häufige Fehler beim Knie-Taping vermeiden
Selbst erfahrene Sportler machen beim Tapen häufig dieselben Fehler. Das Vermeiden dieser typischen Fehler verbessert nicht nur den Halt, sondern schützt auch die Haut und das Gelenk.
- Feuchte oder fettige Haut: Tape haftet auf nicht gereinigter Haut deutlich schlechter und löst sich beim Schwitzen schnell ab. Immer auf trockene, entfettete Haut tapen.
- Zu starkes Anziehen: Ein zu fest angelegtes Tape kann die Durchblutung einschränken und Taubheitsgefühle oder Kribbeln verursachen. Bei solchen Symptomen das Tape sofort entfernen.
- Falten und Luftblasen: Falten im Tape führen zu Druckstellen und Hautirritationen. Beim Anlegen stets glatt streichen.
- Falscher Kniewinkel: Das Tape bei gestrecktem Knie anlegen führt zu Einschränkungen bei Beugung. Immer bei leicht gebeugtem Knie tapen.
- Tape zu lange tragen: Abgenutztes oder durchfeuchtetes Tape verliert seine Schutzwirkung. Regelmäßig wechseln ist wichtig.
- Allergien ignorieren: Bei bekannter Kleberallergie immer Underwrap verwenden und hypoallergene Produkte wählen.
6. Wann sollte man das Tape wechseln?
Die Tragezeit des Tapes hängt vom verwendeten Material und den Aktivitäten ab. Starres Sporttape sollte nach jeder Trainingseinheit oder spätestens nach 24 Stunden entfernt werden, da es bei Feuchtigkeit schnell seinen Halt verliert. Elastisches Kinesiotape kann in der Regel zwei bis fünf Tage getragen werden, auch beim Duschen oder Schwimmen.
Das Tape sollte in folgenden Situationen sofort gewechselt oder entfernt werden:
- Bei Juckreiz, Rötungen oder Hautirritationen unter dem Tape
- Wenn das Tape anfängt, sich an den Rändern abzulösen
- Bei Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Schwellungen unterhalb des Tapes
- Nach intensiven Trainingseinheiten mit starkem Schwitzen
- Wenn das Tape sichtbar verschmutzt oder beschädigt ist
Zum Entfernen des Tapes die Haut leicht einölen oder ein spezielles Tape-Entferner-Spray verwenden. Das Tape niemals ruckartig abziehen, sondern langsam und parallel zur Hautoberfläche ablösen, um Hautirritationen zu minimieren.
7. Tipps und Empfehlungen für optimales Knie-Taping
Mit ein paar zusätzlichen Tipps lässt sich das Ergebnis des Knie-Tapings erheblich verbessern und der Tragekomfort steigern.
- Erste Einweisung beim Fachmann: Wer zum ersten Mal tapiert, sollte sich die Technik von einem Physiotherapeuten oder Sporttherapeuten zeigen lassen. Fehler beim ersten Versuch können zu Verletzungen führen.
- Qualitätsmaterial verwenden: Günstige Tapes aus dem Supermarkt halten oft schlechter. Auf bewährte Marken aus dem Sportfachhandel oder der Apotheke setzen.
- Hautpflege nicht vergessen: Nach dem Entfernen des Tapes die Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme pflegen, um Austrocknung und Irritationen zu verhindern.
- Taping ist kein Ersatz für Therapie: Bei anhaltenden Kniebeschwerden unbedingt einen Arzt oder Physiotherapeuten aufsuchen. Taping unterstützt die Heilung, ersetzt aber keine medizinische Behandlung.
- Regelmäßig üben: Das Anlegen des Tapes wird mit der Zeit schneller und einfacher. Mit etwas Übung gelingt das Selbsttapen in wenigen Minuten.
- Dokumentation hilft: Fotos vom fertigen Taping machen, um die Technik beim nächsten Mal leichter zu wiederholen.