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Sporttaping am Knie ist eine bewährte Methode zur Stabilisierung und Verletzungsprävention, die sowohl von Profisportlern als auch Freizeitsportlern eingesetzt wird. Die richtige Technik beim Anlegen des Tapes schützt die Kniescheibe, entlastet Bänder und ermöglicht weiterhin eine volle Bewegungsfreiheit beim Sport.
- Sporttape stabilisiert das Knie und beugt Verletzungen effektiv vor.
- Die richtige Vorbereitung der Haut ist entscheidend für die Haftung des Tapes.
- Es gibt verschiedene Tape-Typen für unterschiedliche Anwendungszwecke.
- Bei starken Schmerzen oder Schwellungen immer einen Arzt konsultieren.

1. Was ist Sporttaping und warum ist es wichtig?
Sporttaping bezeichnet das gezielte Anlegen von Klebebandstreifen (Tapes) an Gelenken oder Muskeln, um diese zu stabilisieren, zu entlasten oder vor Überlastung zu schützen. Beim Knie ist diese Technik besonders verbreitet, da das Kniegelenk zu den am stärksten beanspruchten Gelenken des menschlichen Körpers gehört.
Das Tapen des Knies hat mehrere Vorteile: Es unterstützt die Kniescheibe (Patella) in ihrer korrekten Position, entlastet das Innen- und Außenband und kann bei bestehenden Beschwerden wie dem Patellaspitzensyndrom oder dem Läuferknie wirksam helfen. Gleichzeitig signalisiert das Tape über Hautrezeptoren dem Gehirn die Gelenkposition – ein Effekt, der als propriozeptive Rückmeldung bezeichnet wird und die Koordination verbessert.
Sowohl klassisches starres Athletic Tape als auch elastisches Kinesiotape werden beim Knie-Taping eingesetzt, je nach Zielsetzung und Verletzungsbild.

2. Welches Material wird für das Knie-Taping benötigt?
Bevor Sie mit dem Tapen beginnen, sollten Sie alle notwendigen Materialien bereithalten. Die Wahl des richtigen Tapes und Zubehörs ist entscheidend für eine optimale Wirkung und Hautverträglichkeit.
| Merkmal | Starres Athletic Tape | Elastisches Kinesiotape |
|---|---|---|
| Stabilisierung | Sehr hoch | Mittel |
| Bewegungsfreiheit | Eingeschränkt | Weitgehend erhalten |
| Tragedauer | Während des Sports | Mehrere Tage möglich |
| Anwendungsbereich | Akute Stabilisierung | Schmerzlinderung, Rehabilitation |
| Hautverträglichkeit | Bedingt | Sehr gut |
Folgende Materialien werden für das Knie-Taping benötigt:
- Sporttape oder Kinesiotape in der passenden Breite (5–7,5 cm empfohlen)
- Underwrap / Schaumstoffunterlage zum Schutz empfindlicher Haut
- Hautkleber (Spray oder Stick) für bessere Haftung bei starker Schweißentwicklung
- Tapeschere oder Tapemesser zum sauberen Zuschneiden der Streifen
- Rasierklinge oder Einmalrasierer zum Entfernen von Körperhaaren im Tapebereich
- Alkohol- oder Benzintupfer zur Entfettung der Haut

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3. Vorbereitung des Knies vor dem Tapen
Eine sorgfältige Vorbereitung ist die Grundlage für einen sicheren und wirksamen Tapeverband. Folgen Sie diesen Schritten, bevor Sie das erste Tape anlegen:
- Haut reinigen: Waschen Sie das Knie gründlich mit Wasser und Seife. Entfernen Sie alle Reste von Cremes, Ölen oder Lotionen, da diese die Haftung des Tapes stark beeinträchtigen.
- Haut entfetten: Wischen Sie die Haut im Tapebereich mit einem alkoholgetränkten Tupfer ab und lassen Sie sie vollständig trocknen.
- Körperhaare entfernen: Rasieren Sie bei Bedarf die Haare im Bereich des Kniegelenks. Dies verbessert die Haftung und erleichtert das spätere Entfernen des Tapes erheblich.
- Underwrap anlegen: Bei empfindlicher Haut oder langen Tragezeiten empfiehlt es sich, zuerst eine dünne Schaumstoffschicht (Underwrap) aufzutragen, die als Schutzschicht zwischen Haut und Tape dient.
- Grundposition einnehmen: Beugen Sie das Knie leicht (ca. 20–30 Grad). In dieser Position wird das Tape angelegt, damit es beim Beugen nicht zu stark zieht und die Durchblutung nicht einschränkt.

4. Schritt-für-Schritt-Anleitung: Knie richtig tapen
Die folgende Anleitung beschreibt das Grundtaping des Kniegelenks zur allgemeinen Stabilisierung. Je nach Beschwerdebild können zusätzliche Techniken angewendet werden.
- Schritt 1 – Ankertape anlegen: Beginnen Sie mit zwei Ankerstreifen oberhalb und unterhalb des Kniegelenks. Diese Streifen werden ohne Zug gerade um den Oberschenkel (ca. 10 cm oberhalb der Kniescheibe) und die Wade (ca. 10 cm unterhalb) gewickelt. Die Anker dienen als Befestigungspunkte für die weiteren Tapestreifen.
- Schritt 2 – Seitliche Stabilisierungsstreifen anbringen: Schneiden Sie zwei gleichlange Streifen zu. Befestigen Sie den ersten Streifen am oberen Anker auf der Innenseite des Knies und führen Sie ihn mit leichtem Zug über das Gelenk bis zum unteren Anker. Wiederholen Sie diesen Schritt auf der Außenseite des Knies.
- Schritt 3 – Kreuzstreifen für zusätzliche Stabilität: Legen Sie nun diagonal verlaufende Streifen an, die sich in der Mitte des Kniegelenks kreuzen. Diese X-Streifen erhöhen die seitliche Stabilität und verhindern ein ungewolltes Wegknicken des Knies.
- Schritt 4 – Kniescheibe umrunden: Legen Sie halbkreisförmige Streifen ober- und unterhalb der Kniescheibe an, um diese in ihrer korrekten Position zu halten. Achten Sie darauf, die Kniescheibe selbst nicht zu überkleben.
- Schritt 5 – Abschlussstreifen anlegen: Sichern Sie alle Tapestreifen mit weiteren Abschlussstreifen an den Ankerpunkten. Diese verhindern, dass sich die Ränder des Tapes im Laufe des Sports lösen.
- Schritt 6 – Tape glattstreichen und prüfen: Streichen Sie alle Streifen sorgfältig glatt und prüfen Sie, ob das Knie noch ausreichend gebeugt werden kann. Die Durchblutung darf durch das Tape nicht eingeschränkt sein.

5. Häufige Fehler beim Knie-Tapen vermeiden
Auch erfahrene Sportler machen beim Tapen immer wieder typische Fehler, die die Wirksamkeit des Tapings verringern oder sogar zu Hautreizungen führen können.
- Tape zu fest anlegen: Zu starker Zug beim Anlegen des Tapes kann die Durchblutung einschränken und Taubheitsgefühle oder Schwellungen verursachen. Das Tape sollte stützend, aber nicht einschnürend sitzen.
- Faltige Tapeführung: Falten und Knicke im Tape erzeugen Druckstellen und können die Haut reizen. Achten Sie auf eine glatte, gleichmäßige Oberfläche.
- Tapen auf unvorbereiteter Haut: Tape auf feuchter, eingecrémter oder behaarter Haut hält schlecht und löst sich schnell. Die Vorbereitung der Haut ist unverzichtbar.
- Falsches Tape verwenden: Starres Athletic Tape ist nicht für alle Anwendungen geeignet. Bei muskulären Beschwerden oder zur Unterstützung der Lymphdrainage ist elastisches Kinesiotape die bessere Wahl.
- Kniescheibe überkleben: Die Kniescheibe sollte niemals vollständig mit Tape abgedeckt werden, da dies die natürliche Beweglichkeit der Patella einschränkt.
- Tape zu lange tragen: Starres Tape sollte in der Regel nach dem Sport entfernt werden. Das zu lange Tragen kann zu Hautmazerationen und Pilzinfektionen führen.

6. Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Sporttaping ist eine sinnvolle unterstützende Maßnahme, ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnose oder medizinische Behandlung. Es gibt Situationen, in denen das Aufsuchen eines Arztes oder Physiotherapeuten dringend geboten ist:
- Starke oder anhaltende Schmerzen im Kniegelenk, die durch Taping nicht gelindert werden
- Deutliche Schwellung, Rötung oder Überwärmung des Knies
- Instabilitätsgefühl oder Wegknicken des Knies trotz Tape
- Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Unterschenkel oder Fuß nach dem Tapen
- Bekannte Allergien gegen Klebematerialien oder Hautreaktionen auf Sporttape
- Frische Verletzungen wie Bänderdehnung, Meniskusriss oder Knochenbruch
In diesen Fällen sollte das Taping nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder einem ausgebildeten Physiotherapeuten erfolgen. Ein Fachmann kann außerdem eine individuelle Taping-Technik erarbeiten, die optimal auf das jeweilige Verletzungsbild abgestimmt ist.
Möchten Sie Ihre Taping-Technik professionell erlernen? Lassen Sie sich von einem ausgebildeten Physiotherapeuten oder Sporttherapeuten in der richtigen Anwendung schulen und vermeiden Sie Fehler von Anfang an.